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Ist meine Idee förderbar?

Beziehungsweise - Vom Teilnehmen zum Teilhaben

Gruppenbild Kennnenlernfest GastgeberInnen

Zu- und Abwanderungsbewegungen (werden Landesgrenzen überschritten, spricht man von Migration) sind stets Teil der Bevölkerungsentwicklung. Die Frage, ob und wie Zuwanderer in einer Gesellschaft aufgenommen werden und ob sie letztlich am gesellschaftlichen Leben wirklich teilhaben, ist damit untrennbar verbunden. Zur Zeit liest man fast überall Zahlen über "die Zuwanderung", Obergrenzen für Asylanträge, man diskutiert über Ausländeranteile und vieles mehr. Jeder interpretiert Daten anders, Schlagzeilen machen Stimmung. Seriöse Überlegungen vermischen sich mit Stammtischparolen, manch offensichtliche Un- oder Halbwahrheit wird unreflektiert wiedergegeben.

 

Wir möchten ein wenig Orientierung in dieses Verwirrspiel bringen und die regionale Dimension ausleuchten. Daher startet die LEADER Region Weinviertel Ost eine Informationsserie zum Thema Migration, Zuwanderung und Integration. Dabei stehen Herausforderungen und Handlungsspielräume der eigenen Region im Vordergrund. Weltpolitik möge an anderer Stelle besprochen werden.

 

Wir nützen unterschiedliche Formate und verschiedene Medien. In der Folge finden Sie Informationsblöcke, die auch über Facebook gepostet wurden und werden. Diese Beiträge können weder vollständig sein, noch alles berücksichtigen. Wenn sie für etwas Übersicht sorgen und den Blick auf für unsere Region relevante Aspekte freigeben, haben sie ihr Ziel erreicht.


ZAHLEN, DATEN, SACHVERHALTE UND VERHÄLTNISSE

Darstellung der Wanderungsbilanz 2015: Rund 100.000 Nettozuwanderung

Zuwanderung im "Rekordjahr" 2015

2015 war für Österreich ein Rekordjahr in Sachen Zuwanderung. Bisherige Spitzenwerte aus den 90iger Jahren, damals ausgelöst vor allem durch den Fall des Eisernen Vorhangs und den Bürgerkrieg in Jugoslawien, wurden übertroffen. Das verdient zurecht Aufmerksamkeit! Besorgnis ist ebenso angebracht, schon wegen der menschlichen Tragödien, die das Jahr 2015 aufgezeigt hat.  

 

Die Geschichte und jüngste Ereignisse z.B. in Syrien zeigen uns: Flüchtlinge sorgen für Spitzenwerte in der Statistik. Und doch bilden Asylsuchende nur einen Teil der Zu- und Abwanderungsbewegung ab. Der Großteil der aktuellen Zahlen ist auf die Zuwanderung von Arbeitskräften, Familienangehörige und Studierende aus der Europäischen Union zurückzuführen. Aber halten wir zunächst eine Zahl fest: Die Netto-Zuwanderung in Österreich im Jahr 2015 betrug rund 113.100 Personen.

Darstellung der Anteile

Wer kam 2015 nach Österreich?

2015 war ein Rekordjahr für Zuwanderung nach Österreich. Doch woher kamen die Menschen? Wer glaubt, dass alles auf Flucht und Asyl zurückzuführen ist, irrt gewaltig!

 

50 von 100 Zuwanderern kamen aus der Europäischen Union bzw. aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Raum) einschließlich der Schweiz zu uns. Oder aber es waren Österreicher, die wieder zurück ins Land zogen. Der "innereuropäische Anteil" der Zuwanderung ist "normalerweise" klar am stärksten ausgeprägt. Im (Flucht-)Rekordjahr 2015 haben Zuwanderer aus sogenannten Drittstaaten auf 50 Prozent aufgeschlossen.  

 

80 Prozent der Zuwanderer aus Drittstaaten waren auf der Flucht. Das heißt, dass 40 von 100 Zuwanderern als Asylsuchende nach Österreich kamen. So schlägt sich das (Flucht-)Rekordjahr 2015 in den Statistiken nieder: 40 Prozent aller Zuwanderer 2015 waren und sind Asylsuchende. Die übrigen Zuwanderer aus Drittstaaten sind Migranten wie die oben beschriebenen Europäer. Von Flucht und Asyl kann bei ihnen keine Rede sein.

Anteile Ansässiger und Zuwanderer 2015

Zuwanderung im Verhältnis zur Bevölkerung

Bezieht man die Zahlen der Zuwanderung 2015 auf eine 1000-Einwohner-Gemeinde, dann sah die Entwicklung in der "Modellgemeinde Österreich" so aus: Eine Person ist Österreicherin, sie kehrte aus dem Ausland zurück. 6 Personen kamen aus EU bzw. EWR Ländern oder der Schweiz um hier zu arbeiten. Insgesamt 7 Personen kamen aus Drittländern, von denen 6 um Asyl ansuchten.

 

In unserer Modellgemeinde haben im gleichen Jahr 9 Babys das Licht der Welt erblickt. 11 Personen sind verstorben. Zusammen mit den Zuwanderern zählt die Gemeinde am Ende des Jahres 2015 daher 1012 Einwohner.

 

Dieses Bild spiegelt die österreichweite Statistik wieder und veranschaulicht Verhältnisse. Innerhalb unseres Landes ist die Verteilung der Zuwanderung aber freilich nicht gleichmäßig. Über regionale Ausprägungen werden wir auch noch berichten.

 

 

Größte Ausländergruppe in Ö kommt aus Deutschland

Von InländerInnen und AusländerInnen in Österreich

Man hört es vielerorts. Gerne wird pauschal über die „AusländerInnen“ in Österreich geredet. Eigentlich ist das ja kein sonderlich schöner Begriff. Der Begriff beschreibt jedenfalls Menschen, die in Österreich leben, aber die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes haben. Es sind also Mitmenschen von nebenan, die aus verschiedensten Gründen nach Österreich gekommen sind und nun gemeinsam mit uns hier leben.

 

Wir haben analysiert, von wo sie eigentlich kommen, welche Staatsbürgerschaft sie haben. Und siehe da – unsere Deutschen Nachbarn machen nicht nur gerne Urlaub in Österreich, sie leben auch sehr gerne hier. Deutsche sind mit Abstand die größte Gruppe an AusländerInnen in Österreich. Daran würde man gar nicht sofort denken.

Die 11 zahlenstärksten Gruppen Ausländer in Ö

Deutsche sind nach wie vor zahlenstärkste Ausländergruppe

Viele Menschen haben den Eindruck, dass seit der Flüchtlingskrise im vorigen Jahr, der Anteil an Syrern oder Afghanen in Österreich extrem dominiert. Zugegeben, 2015 sind viele Menschen aus diesen Ländern zu uns gekommen, sie sind vor Krieg und Verfolgung geflüchtet und haben bei uns um Asyl gebeten. Der eine oder andere unter uns wird sich vielleicht erinnern, dass es seinen Eltern oder Großeltern einmal ähnlich erging.

 

Seit dem Flüchtlings-Rekordjahr 2015 liegen Afghanistan und Syrien an den Plätzen 9 bzw. 11 in der Liste der Top 11 Herkunftsländer der in Österreich lebenden AusländerInnen. Deutsche Staatsbürger sind nach wie vor eindeutig am zahlreichsten vertreten. An zweiter Stelle liegt Serbien, dann folgen die Türkei und Bosnien-Herzegowina. Die EU-Länder Rumänien, Kroatien, Ungarn und Polen sind an den Plätzen 5 bis 8 zu finden.


KULINARISCHE GENÜSSE AUS ANDEREN KULTUREN

Zwiebel, Pfeffer und vieles mehr auf Schneidbrett

Die Küche: Ein Ort des kulturellen Austausches mit Genuss

Menschen aus anderen Ländern bringen Fähigkeiten mit, die unser Leben bereichern. So mancher Wirtschaftssektor oder soziale Dienst würde ohne sie deutlich schlechter oder gar nicht funktionieren. Je nach Lebenslage wissen wir das aus eigener Erfahrung oder kennen Beispiele von Herrn und Frau Österreicher. Spätestens beim Essen ist jeder schon auf internationalen Geschmack gestoßen. Denn Menschen aus anderen Ländern bringen auch die Küche ihres Landes mit. Da gibt es viele leckere Gerichte zu entdecken!

 

Heute wird bei uns gekocht! In allen Farben und Geschmäckern von Deutschland bis Syrien kochen wir Gerichte, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Menschen, die aus anderen Ländern und Kulturen kommen und bei uns im Weinviertel bzw. in Österreich leben, machen nicht nur das Zusammenleben vielfältiger, sondern bringen auch neue Speisen in unser Leben.

Vegetarische Platte auf Arabisch

Internationale Gerichte sind schon lange Teil unseres Speiseplans

Doch sind die wirklich alle so neu? Da kennen wir einige Speisen eigentlich schon ganz gut. Zum Beispiel Bratwurst und Currywurst – beliebt bei unseren Deutschen Nachbarn, aber in Österreich eine Selbstverständlichkeit, gibt es doch kein Grillfest ohne Bratwurst. Oder Cevapcici: ursprünglich ein Gericht aus der Balkanküche, bei uns aber ziemlich heimisch. Wie wäre es mit einer feurigen Gulaschsuppe zum Aufwärmen? Hoppala, die stammt ja eigentlich aus Ungarn. Bei uns wurde nur das Rezept ein wenig angepasst.

 

Keine Zeit um ein Mittagessen zu kochen - schnell ein Döner Kebab vom Imbisstand? Willkommen in der Türkei. Sie lieben es Vegan? Dann sind Ihnen Falafel und Hummus sicher ein Begriff, bekommt man Hummus doch mittlerweile in fast jedem Supermarkt und Falafel bei jedem zweiten Imbisstand. Das sind ursprünglich arabische Speisen, sie sind beispielsweise in Syrien ein fixer Bestandteil der Küche.

Auszug aus dem Weinviertel ABC

Weinviertler Küche - Ursprünge in Böhmen, Mähren und Ungarn

So bodenständig wie unsere Weinviertler Küche ist, so hat sie doch viele Ursprünge in Böhmen, Mähren oder auch Ungarn. Reisende und Zuwanderer vermutlich zu Zeiten der Donaumonarchie haben sie in unser Land gebracht. Ein Beispiel gefällig?

 

Buchteln – eine typische Weinviertler Spezialität, kommt eigentlich aus Böhmen. Selbst das Wort leitet sich vom tschechischen „buchtičky“ oder „buchta“ ab. „Fisolensuppe (aus weißen Bohnen) mit Buchteln“ ist ein traditionelles Weinviertler Freitagsgericht. Das Rezept dazu findet man auch im Weinviertel ABC (http://static.weinviertelost.at/79/download/infocenter/2014-09-15-weinviertel-abc2-final.pdf)

Symbolbild Koch grübelnd neben dem Herd

Köstliche Gerichte, die nach Österreich mit eingewandert sind

Kommen wir aber nun zum Speiseplan der Menschen, die aus anderen Ländern stammen und in Österreich ihr Zuhause gefunden haben. Die größte Gruppe an AusländerInnen, die in Österreich lebt, sind unsere Deutschen Nachbarn. Auf Platz 2 folgt Serbien, dann kommt die Türkei und dann Bosnien-Herzegowina. Kroatien liegt auf Platz 6, Ungarn auf Platz 7 und Syrien auf Platz 11. Die ganze Liste (aus dem Jahr 2015) der Top11-gereihten Herkunftsländer in Österreich lebender AusländerInnen findet sich etwas weiter oben bei den Zahlen und Daten.

 

Hier wollen wir ein paar typische Gerichte einiger Länder, die unsere Küche bereits beeinflusst haben oder es vielleicht noch werden, im Detail vorstellen. Unser Chefkoch hat einige Beispiele wahllos herausgegriffen. Jeder von uns hätte wohl die eine oder andere Ergänzung parat und auf der Zunge. Wer Lust hat, schickt sie uns.

Hast Du Lust bekommen auf eine kleine kulinarische Rundreise?

Drei Bratwürste bruzzeln am Grill

In Deutschland geht’s einfach um die Wurst

"Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei." In Deutschland hat man des Gefühl, die Wurst hat gar kein Ende. Denn die Liste ist lang und ließe sich ohne Mühe verlägern:

-  Nürnberger oder Thüringer Rostbratwurst

-  Weißwurst mit Brezeln in Bayern

-  Currywurst in Berlin

-  Bockwurst vom Süden bis zur Ostsee

-  Mettwurst zum Aufstreichen

-  Leberwurst mit Sauerkraut

-  Erbsensuppe mit Wiener Würstchen

 

Und haben Sie gewusst? In manchen Teilen Deutschlands aber z.B. auch in Salzburg ist Bratwurst mit Sauerkraut das traditionelle Essen am Heiligen Abend.

hier findest Du mehr Informationen

Deutschland ist das Land der Wurst und dafür auch international bekannt.

In Sachen Wurstvielfalt und -konsum hält aber auch Österreich ganz gut mit.

 

Vielleicht wäre an dieser Stelle eine deutsch-österreichische Wurstparade passend?

Schicke uns ein paar Zeilen und wir starten eine (sicher nie vollständige) Liste.

Cevapcici am Teller, garniert

Serbien: Willkommen in der Balkanküche

Cevapcici und Fleischspieße namens Raznjici kennen wir aus dem Kroatien Urlaub am Meer. Sie gehören aber auch in die Serbische Küche, dort wird nämlich gerne Fleisch gegessen. Und wer schon mal in einem Restaurant in Belgrad war, der ist sicher nicht am riesigen Teller Pljeskavica vorbei gekommen. Das sind sehr leckere, am Grill gebratene Fleischlaibchen aus Rind-, Schweine- oder Lammfleisch, manchmal auch gefüllt mit Schafkäse.

 

Die Serbische Bohnensuppe hat es sogar bereits in die Österreichische Traditionsküche geschafft und Sarma, eine Serbische Spezialität gefüllt mit Faschiertem, ist bei uns unter dem Namen Krautroulade auch recht bekannt. 

hier findest Du mehr Informationen

Neugierig geworden auf Sarma-Krautroulade? Dann gibt es hier gleich ein Rezept: http://www.kochbar.de/rezept/88770/Sarma.html

Syrischer Vorspeisenteller garniert

Hummus und Falafel – traditioneller Syrischer Genuss

Nach so viel Fleisch und Wurst brauchen wir alle mal ein wenig veganes Essen. Das bietet uns die arabische Küche. Nicht, dass es in der syrischen, arabischen Küche kein Fleisch geben würde – Fleischbällchen mit Joghurtsauce, Hühnerschenkel aus dem Ofen usw. sind ebenfalls fixer Bestandteil.

 

Die syrische Küche ist neben der arabischen, von der französischen, türkischen und jüdischen Küche beeinflusst und ist schmackhaft und raffiniert, verwendet viele Gewürze und frische Zutaten. Wie in vielen Küchen des Orients, sind die Vorspeisen, die sogenannten „Mezzeh“ besonders wichtig. Die kommen in kleinen Tellern auf den Tisch und werden gemeinsam gegessen. Zwei der beliebtesten Mezzeh stellen wir euch jetzt mit Rezept zum Nachkochen näher vor. Die Rezepte stammen von einer syrischen Familie, die in Wolkersdorf wohnt. Wir haben alles persönlich verkostet ;-)

Und wir können euch versichern: Es schmeckt ausgezeichnet!

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Falafel:

Was ist in Falafel drinnen? Die Hauptzutat sind Kichererbsen, eine Hülsenfrucht, ähnlich wie Bohnen. Vermischt mit vielen Gewürzen wie Koriander, Kreuzkümmel und Knoblauch ergibt das äußerst leckere Bällchen. Diese können als Vorspeise mit Hummus, als Hautgericht mit Salat oder auch in einem Sandwich als Snack gegessen werden.

 

Rezept Falafel:

 

-       250g getrocknete Kichererbsen (reicht für 2-3 Personen)

-       1 rote Zwiebel gehackt

-       2-4 Zehen Knoblauch, fein gehackt

-       ½ Bund Petersilie, für jene die Petersilie mögen, es geht aber auch ohne

-       1 TL gemahlener Kreuzkümmel

-       1 TL gemahlener Koriander

-       1 TL Natron oder Backpulver

-       Salz, Pfeffer

-       Sonnenblumen oder Rapsöl

 

Die getrockneten Kichererbsen abspülen und in einer Schüssel mit Wasser einweichen und einen Tag lang stehen lassen.

 

Am nächsten Tag die Kichererbsen abgießen, kalt abspülen und im Fleischwolf oder der Küchenmaschine zerkleinern, so dass eine breiige Masse entsteht. Gehackte Kräuter und Zwiebel dazugeben und mit den Gewürzen und dem Natron oder Backpulver durchrühren. Salzen und pfeffern. Das Natron oder Backpulver ist dazu da, dass die Bällchen flaumig werden und die Masse aufgeht. Nun alles eine gute halbe Stunde rasten lassen

 

Das Öl auf 175 °C erhitzen, die Kichererbsenmasse zu kleinen Bällchen formen oder mit dem Löffel eine Art Nockerl ausstechen und im heißen Öl knusprig frittieren. Kurz abtropfen lassen und servieren.

 

 

Hummus:

Hummus darf in keiner syrischen Küche fehlen und jede Familie hat ihr eigenes Rezept. Haben sie das cremige Kichererbsenpürre mit Gewürzen und Olivenöl schon mal probiert? Einfach herrlich schmeckt Hummus aufs Fladenbrot gestrichen. Oder die Falafel schön tief in Hummus eintauchen und genussvoll hinein beißen. Dazu ein paar Scheiben frische Tomaten und Gurken und perfekt ist das Essen.

 

Hummus bekommt man mittlerweile fertig in fast allen Supermärkten, aber selbst gemacht schmeckt er noch ein Stück besser.

 

Rezept Hummus:

 

-       1 Tasse getrocknete Kichererbsen oder alternativ eine Dose Kichererbsen

-       2 EL Tahina (Sesampaste – bekommt man in arabisch-türkischen Supermärkten)

-       3 EL Olivenöl

-       2 Knoblauchzehen fein gehackt

-       Saft aus einer ½ Zitrone

-       Salz

-       Olivenöl und Petersilie oder Sesam zum Garnieren

 

Die getrockneten Kichererbsen abspülen, in einer Schüssel Wasser einweichen und einen Tag lang stehen lassen. Am nächsten Tag abspülen und noch 1 Stunde köcheln, bis sie ganz weich sind. Alternativ kann auch eine Dose gekochter Kichererbsen genommen werden.

 

Die weichen Kichererbsen mit dem Pürier-Stab fein pürieren und die Tahina, den fein gehackten Knoblauch, das Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer hinzufügen. Alles gut mixen bzw. pürieren.

 

Schon ist der Hummus fertig! Auf einen Teller anrichten, mit einem Löffel kreisförmig verstreichen und gutes Olivenöl darauf träufeln. Wer mag garniert mit Petersilie oder Sesam.

Du willst, dass unsere kulinarische Rundreise hier weitergeht. Über Anregungen und Tipps dazu würden wir uns freuen!


EIN GENAUERER BLICK AUF DAS WEINVIERTEL

Tortendiagramm mit 85,4%

Das Weinviertel hat wenige internationale Bewohner

Am Beginn unserer Informationsserie zum Thema Migration, Zuwanderung und Integration haben wir uns einige Zahlen und Fakten für Österreich angesehen. Nun betrachten wir unsere nähere Lebensumwelt: Niederösterreich und die Region Weinviertel Ost. Wie viel AusländerInnen leben denn tatsächlich bei uns? Zuerst die Zahlen für Österreich: Rund 15 von 100 in Österreich lebender Menschen haben keine österreichische Staastbürgerschaft - wer es genauer will, spricht von 14,6 Prozent. 85 von 100 ÖsterreicherInnen sind also gleichzeitig auch Österreichische Staatsbürger.    

 

Das östliche Weinviertel ist weitaus weniger international. Hier haben mindestens 90 von 100 Bewohner die Österreischische Staastbürgerschaft. Im Bezirk Mistelbach liegt der Wert sogar bei fast 95 Prozent. Das ist ein durchaus überraschender, rekordverdächtiger Wert.

Ringdiagramm zu Bleiberecht & Co

Die wenigsten hier lebender AusländerInnen sind Asylwerber

Sehen wir uns etwas genauer an, wie sich die Gruppe in Österreich lebender AusländerInnen zusammensetzt. Da das Thema Flucht und Asyl derzeit in aller Munde ist, wollen wir wissen, wie hoch der Anteil der Asylwerber und Flüchtlinge unter den AusländerInnen in Österreich ist: Es sind gerade mal 12%. Das bedeutet, von allen Menschen, die bei uns leben und die keine Österreichische Staatsbürgerschaft haben, machen die Asylwerber 12 Prozent aus.

 

Selbst wenn wir anerkannte Flüchtlinge und die in so manchen Wirtschaftsbereichen für Österreich praktisch unverzichtbaren Saisonniers dazuzählen, umfasst diese Gruppe weniger als ein Drittel aller AusländerInnen. Was sich wohl die weitaus größere Gruppe an Menschen ohne Österreichsche Staatsbürgerschaft, die aber eine aufrechte Aufenthaltsbewilligung haben, darüber denkt, dass hierzulande nur noch über "Flüchtlinge" gesprochen wird?

Anteile österr. Staatsbürger in 3 Bezirken

Ausländische Staatsangehörige leben vorrangig in Wien

Im Bundesländervergleich hat Niederösterreich den 2. niedrigsten Anteil an AusländerInnen, nämlich gerade einmal 9,2% - obwohl hier das größte Erstaufnahmezentrum Österreichs liegt (noch ein Hinweis, dass sich keineswegs alles um Asylwerber dreht). Nur das Burgenland hat mit 8,2% einen etwas niedrigeren Wert. Spitzenreiter ist Wien mit 27,4%.

Und im Weinviertel? Es scheint, als ob die Weinviertler wirklich gerne unter sich bleiben. Im Bezirk Mistelbach haben 94,4% aller hier lebenden Menschen die Österreichische Staatsbürgerschaft, im Bezirk Korneuburg sind es 91,6% und im Bezirk Gänserndorf 90,7%.

 

Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund zählen alle Personen, deren beide Elternteile im Ausland geboren wurden – und zwar unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Wir haben uns die Zahlen der drei genannten Bezirke angesehen. Dabei fällt auf:

Es leben etwas mehr Frauen als Männer mit Migrationshintergrund in unserer Region.

Meist wird ja das Gegenteil kolportiert. Hier haben die Frauen die Nase aber einfach vorne.

Menschengruppe winkend

Von Gastgebern und Gästen im Weinviertel

Im letzten Jahr haben mehr Menschen auf der Suche nach Asyl Österreich erreicht, als in den Jahren davor. Sie haben ihre Länder nicht freiwillig verlassen. Wer verlässt schon gerne seine Heimat? Krieg oder Verfolgung, weil die Menschen einen anderen Glauben haben oder einer bestimmten ethnischen Gruppe angehören, haben sie gezwungen, ihre Sachen zu packen und das Weite zu suchen. Einige davon haben es bis ins Weinviertel geschafft. Sie versuchen sich hier ein neues Leben aufzubauen, eine neue Heimat zu finden.

 

Nun sind es die Weinviertler nicht gerade gewöhnt, Zuwanderer aus dem Ausland willkommen zu heißen und aufzunehmen. Denn das Weinviertel hat einen der niedrigsten Ausländeranteile Österreichs. Man hat doch Berührungsängste und Ressentiments, vieles aus den anderen Kulturen ist fremd. Die meisten Einheimischen kennen die Menschen, die hier eine neue Heimat finden möchten, auch nach längerem Aufenthalt im selben Ort nicht.

Willkommen in Oberschoderlee

Birigt und Peter Kainz aus Oberschoderlee wollten das ändern. Sie wollten die neuen Weinviertler und WeinviertlerInnen kennenlernen, ihnen ein Gesicht geben und sie mit den Einheimischen Nachbarn bekannt machen. Damit die Gäste im Weinviertel – wie Birgit und Peter Kainz die neuen Zuwanderer nennen – nicht nur hier ankommen, sondern auch als Nachbarn und Freunde angenommen werden. Das ist dem engagierten Künstlerehepaar wirklich ausgezeichnet gelungen. Wie, das erzählen wir euch hier.

 

Aus Einheimischen werden Gastgeber, aus Asylsuchenden werden Gäste.

Haben sich die Menschen erst einmal kennengelernt, verschwinden die Ängste meist ganz von alleine. Es entstehen Verbindungen zwischen einander und das Fremde ist plötzlich nicht mehr ganz so unbehaglich und wird Schritt für Schritt vertraut. Das große Ziel von Birgit und Peter Kainz war es „Flüchtlinge zu Freunden und Nachbarn zu machen“.

Tänzerinnengruppe im Feststadel

Begegnungsfotos mit Gastgebern und Gästen: den Menschen ein Gesicht geben.

Gemeinsame Bilder verbinden. Also wurden zunächst Fotos gemacht, Gruppen- oder Paarfotos von Gastgebern und Gästen. Die Menschen der beteiligten Gemeinden aus dem Land um Laa und aus dem Raum Mistelbach wurden eingeladen, sich über Bilder zu begegnen. Sie haben begeistert mitgemacht. Es wurde gelacht, es wurde fotografiert und aufeinander zugegangen. So sind viele tolle Begegnungsfotos entstanden, die die ersten Berührungsängste genommen haben.

 

300 fröhliche Gäste und GastgeberInnen beim Kennenlernfest

300 Menschen – einheimische GastgeberInnen aus dem östlichen Weinviertel und zugewanderte Gäste – verbrachten einen wunderbaren Nachmittag in Oberschoderlee. Er wird lange in Erinnerung bleiben. Es wurde über Grenzen hinweg musiziert, getanzt und gekocht und natürlich gemeinsam gegessen. Besonders die Tanzeinlagen sorgten für Begeisterung und das Essen für leckere internationale Geschmackserlebnisse.

gerahmte Bilder aufgereiht im Stadel

Aufgereiht an den Wänden des Fest-Stadels boten die knapp 100 ausgearbeiteten Fotografien ein imposantes Gesamtbild der Menschlichkeit. Sie wurden beim Fest übergeben und gemeinsam bewundert. Sie sind bleibende Erinnerung an menschliche Begegnungen. "Es ist einfach toll", so wurde der Nachmittag beschrieben, der die neuen Nachbarn einander ein großes Stück näher brachte.

 

Menschen kamen in Kontakt, die einander sonst nur aus der Ferne sahen. Verbindungen wurden geschaffen, die bleiben. Viele einheimische Weinviertler und Weinviertlerinnen haben erkannt: "Das sind Menschen wie DU und ICH - mit ähnlichen Sorgen, Wünschen und Bedürfnissen." Heute ist klar: Die Fotos und das Kennenlern-Fest waren der Startpunkt für weitere gemeinsame Aktivitäten. Und noch etwas wurde erkannt: Ein aktives Miteinander und ein ehrliches Bemühen um Integration mag nicht immer leicht sein, es kann aber auch viel Freude bereiten - auf beiden Seiten!


FESTTAGE, FAMILIEN UND FREUNDE

rote Grußkarte mit Schneemann

Weihnachten und Silvester - hier und anderswo ...

Auch in Herkunftsländern von Asylsuchenden wird mit Familien und Freunden gefeiert.

In den letzten beiden Jahren haben viele Menschen aus Ländern wie Syrien, Afghanistan oder dem Irak bei uns Schutz gesucht und gefunden. Sie versuchen sich hier ein neues Leben aufzubauen und sind dabei unsere Kultur und unsere Feste wie Weihnachten und Silvester kennen zu lernen. Unsere Riten und Bräuche sind ja rasch erklärt, oder nicht? ;-)

 

Doch wie ist das eigentlich in ihren Heimatländern? Wird dort auch Weihnachten und Silvester gefeiert? Wir sind dieser Frage nachgegangen, denn viele ÖsterreicherInnen, die mit Flüchtlingen Freundschaft geschlossen haben oder sie bei der Integration unterstützen, fragen sich gerade, welche Rolle diese Feste in den Familien der Zuwanderer spielen.

Krippenmodell in Mariazell
Weihnachten – ein christliches Fest, das aber von vielen Kulturen dieser Welt gefeiert wird.

In seinen Ursprüngen ist Weihnachten ein christliches Fest. Doch in vielen nicht-christlichen Kulturen hat Weihnachten als Fest der Familie auch bereits in einer gewissen Form Einzug gehalten. Um zu verstehen, warum manche Feste gefeiert werden und manche nicht, werfen wir vorab einen Blick auf die Religionen in diesen Ländern:

 

Syrien, Afghanistan und der Irak sind muslimisch geprägte Länder, Afghanistan sogar eine islamische Republik mit über 99% Muslimen. Im Irak sind 97% der Bevölkerung Muslime mit einer ganz kleinen christlichen Minderheit - in den letzten Jahren sind mehr als 2 Millionen Christen von hier geflohen. In Syrien sieht es ein wenig anders aus. Da sind ca. ¾ der Bevölkerung Muslime, etwa 10% der Bevölkerung sind Christen verschiedener Konfessionen. Dementsprechend spielt das Weihnachtsfest hier auch eine größere Rolle.

Nehmen wir uns ein paar Augenblicke Zeit für besseres Verständnis.

Tannenzweig mit roter Symbolfigur

Weihnachten und Silvester in Syrien

In Syrien sind Weihnachten und Silvester wohl bekannt, es wird auch gefeiert. Zumindest war das vor dem Krieg so - jetzt fehlt zum Feiern wohl jede erdenkliche Grundlage.

 

Dabei wären der 25. Dezember und der 1. Jänner sogar nationale Feiertage. Auch Muslime und andere Religionsgruppen haben an diesen Tagen frei, es sind gesetzliche Feiertage.

 

Das Weihnachtsfest in Syrien wird - oder wurde - nicht nur von den Christen gefeiert, auch Angehörige der anderen Religionsgemeinschaften beteiligen sich ohne religiösen Bezug daran. Weihnachten ist hier ein sehr soziales Fest, bei dem man seine Freunde und Nachbarn besucht. Umgekehrt kommen auch viele Leute auf Besuch, denen man Kaffee, Süßigkeiten und Obst anbietet. Aber die Christen bleiben nicht nur unter sich, auch muslimische Nachbarn kommen vorbei, zumindest war das vor dem Krieg so.

hier findest Du mehr Informationen

Unter den Christen wird der Abend mit einem großen Familien-Abendessen gewürdigt. Vor dem Krieg gingen viele dazu auch in ein Restaurant. Jedenfalls wird lange aufgeblieben, denn um 0h vom 24. auf den 25. Dezember geben einander alle Küsse und wünschen einander Frohe Weihnachten.

 

Papa Nuel bringt die Geschenke

Dekoriert und geschmückt wird ähnlich wie in Europa und Amerika. In den Vierteln, wo arabische Christen wohnen, gibt es Lichterketten und Weihnachtsschmuck und manchmal auch künstliche Weihnachtsbäume, die schon Anfang Dezember aufgestellt werden. Nur bei den Geschenken sind die Syrer bescheidener, meist werden nur die Kinder beschenkt. Die Geschenke bringt übrigens Papa Nuel, der Weihnachtsmann.

 

Silvester und Neujahr

Eigentlich hat das muslimische Neujahrsfest mehr Bedeutung als Silvester. Da man sich in Syrien doch viele Jahre lang gerne an westlichen Traditionen orientierte, wird Silvester dennoch gefeiert. Meist steht ein ausgiebiges Essen mit Familie und Freunden am Programm, dabei dürfen Kuchen und Süßigkeiten nicht fehlen. Zu Neujahr wird in vielen Familien etwas Weißes gekocht, als Zeichen der Hoffnung für ein gutes neues Jahr.

 

In Städten wie Damaskus gab es vor einigen Jahren noch auf der Straße Feierlichkeiten, Bühnen und um Mitternacht Raketen und Feuerwerke, wenn auch etwas kleiner als bei uns. Viele Syrer schmücken ihre Wohnung oder ihr Haus auch mit Lichterketten, so wie das bei uns zu Weihnachten üblich ist.

 

Aufgrund der politischen Lage und des anhaltenden Krieges werden Weihnachtsfesttage oder der Jahreswechsel in Syrien wohl auch heuer kaum Beachtung finden. Zu viel Leid und Chaos prägt den Alltag. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Christen das Land verlassen musste. Es bleibt uns allen zu zu hoffen, dass die Zukunft bessere Zeiten für Syrien bringt, und dass syrische Flüchtlinge zumindest im Ausland ein wenig nach alter Tradition feiern können.

zwei rote Blüten

Afghanistan - Norouz Fest statt Silvester

Afghanistan ist ein streng muslimisches Land, in dem Weihnachten absolut keine Rolle spielt. Manche sagen, das Einzige was Europa und Afghanistan hierzu gemeinsam haben, ist der Schnee in den höher gelegenen Landschaftsteilen. Afghanische Christen – von denen es nur eine sehr kleine Minderheit gibt - können nur ganz im Geheimen feiern.

 

Auch Silvester und Neujahr spielen keine Rolle. Was am 1. Jänner symbolisch von Vielen gefeiert wird, ist der eigene Geburtstag. Da der tatsächliche Geburtstag in ihrem Kulturkreis keine Bedeutung hat, wird er oft gar nicht dokumentiert. Daher sind viele Afghanen laut ihren Dokumenten „offiziell“ am 1. Jänner ihres Geburtsjahres geboren. Den Beginn eines neuen Jahres feiert man in Afghanistan knapp 3 Monate später. 

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Norouz: Das Persische Neujahrs- oder Frühlingsfest

In Afghanistan wird Norouz-Fest anstatt Neujahr gefeiert. Zumindest für Kinder hat es eine ähnliche Bedeutung wie in anderen Ländern das Weihnachtsfest. Es findet zu Frühlingsbeginn statt und dauert einige Tage. Seinen Höhepunkt erreicht es zu Frühlingsanfang am 20./21. März. Norouz symbolisiert den Triumph des Guten und den Sieg über die dunklen dämonischen Kräfte, die man durch den vergangenen Winter verkörpert sieht.

 

Es ist alter Brauch über das lodernde Feuer zu springen. Das soll Glück und Lebensfreude im neuen Jahr bringen, das Alte und Negative lässt man hinter sich. Sieben Speisen die mit „S“ anfangen müssen an den Festtagen bereit stehen. Ein Frühjahrsputz bringt - wie bei uns zu Ostern - neuen Glanz ins Haus. Ganz wichtig ist auch die neue Kleidung zu Norouz.

 

Das Neujahrsfest Norouz kennt man seit ungefähr 3000 Jahren. Es wird von mehr als 300 Millionen Menschen gefeiert. Unter der Herrschaft der Taliban war das Norouz Fest jedoch verboten.